Apple-Computer gibt es seit 1976. Der Apple I war das berühmte "Garagenprodukt", das von Steven Wozniak konstruiert und von Steve Jobs vermarktet wurde - ein Gerät aus der Zeit, als Computer noch entweder schrankwandgroß waren oder aber aus einem Bausatz ohne Gehäuse bestanden.
Die Apple II-Familie stellte für die ausgehenden siebziger und beginnenden achtziger Jahre den Standard dar: Der Begriff Apple II wurde zum Synonym für Personal Computer, genauso, wie der Aufstieg der Firma Apple als beispielhaft für die ganze Branche angesehen wurde.
Anfang der Achtziger Jahre versuchte Apple sich dann mehrfach daran, neben Heimanwendern auch den Business-Bereich abzudecken. Der Apple III sollte das Leistungsspektrum nach oben erweitern, scheiterte aber an technischen Kinderkrankheiten. Er war zwar wirtschaftlich ein Flop, zeigte der Firma jedoch, was sie beim Eintritt in den Geschäftskundenbereich zu berücksichtigen hatte.
1983 versuchte sich Apple dann erneut am Business-Bereich. Die Lisa galt als revolutionär: Sie war nicht nur der erste PC, der als weiblich galt, sondern auch der erste, der über eine grafische Benutzeroberfläche mit Maussteuerung verfügte. Die verwendete Hardware war dementsprechend aufwendig - allein die Kosten für den Arbeitsspeicher machten über ein Drittel des Gesamtpreises von 10.000 US$ aus. Dieser Preis war es letztlich auch, weswegen sich die Lisa am Markt nicht durchsetzen konnte, zumal Steve Jobs noch während der Lisa-Präsentation den nächsten Computer andeutete: Den Macintosh, der über die Fähigkeiten der Lisa verfügen, jedoch nur ein Viertel deren Preises kosten sollte. Als der Macintosh dann 1984 auf den Markt kam, krankte er jedoch daran, daß man bei der Konstruktion offensichtlich die Bedürfnisse der Anwender vergessen hatte. Erst die späteren Macintosh-Modelle ebneten den Weg für das Betriebssystem, das heute als "Mac OS" bekannt ist.
Ebenfalls 1984 hatte Apple eine neue Generation der Apple II-Familie entwickelt. Das als "Apple IIx" bezeichnete Projekt wurde jedoch in die Schublade zurückverwiesen, da Apple den Macintosh mit aller Gewalt am Markt durchsetzen und sich nicht selber mit einem ähnlichen Gerät Konkurrenz schaffen wollte. Erst Ende 1986 kam dann der Apple IIgs heraus, der das kurze letzte Kapitel in der Apple II-Geschichte einläutete. Obwohl er ein großartiger 16-Bit-Computer war, konnte er sich nicht nur gegen die Konkurrenz des Amiga ST und des Commodore Amiga durchsetzen, sondern wurde auch von Apple selber zum Lerncomputer für Schulen und Einsteiger abgestempelt.
© Volkmar Friauf, 1998