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Steve Wozniak hatte sich bereits seit Ende der Sechziger mit dem "Füllfederhalter"-Computer auseinandergesetzt, der für den Menschen ein alltägliches Werkzeug sein sollte. Mit Steve Jobs, den er Ende 1969 über einen gemeinsamen Bekannten kennengelernt hatte, entwickelte er Anfang der Siebziger dann tatsächlich recht praktische Geräte: Mit den Blue Boxes ließen sich die Gebührenzähler der amerikanischen Telefongesellschaft AT&T überlisten, sodaß man kostenlose Telefongespräche führen konnte. Der Traum vom eigenen, vollwertigen Computer ließ Wozniak jedoch nicht los. Anfang 1976, als Wozniak bei Hewlett Packard und Jobs bei Atari arbeiteten, hatte Wozniak in seiner Freizeit einen Computer konstruiert, der sich an eine Terminal-Tastatur und an ein fernsehgerät anschließen ließ und den man mit einigem Aufwand sogar in BASIC programmieren konnte. Steve Jobs war von dem Gerät begeistert und versuchte Wozniak davon zu überzeugen, das Gerät in Kleinserie zu produzieren. Wozniak war zunächst skeptisch, da er seinen sicheren Job bei Hewlett Packard nicht gefährden wollte, doch Jobs überzeugte ihn davon, daß sich die Produktion dadurch vereinfach ließe, indem der Computer in Einzelteilen verkauft würde und der Käufer ihn selber zusammenbauen müßte.
Das frischgebackene Zwei-Mann-Unternehmen erhielt den Namen "Apple Computer". Der ausschlaggebende Grund für diese Namensgebung ist bis heute unbekannt, doch nicht unwichtig für die Entscheidung dürfte gewesen sein, daß "Apple" im Telefonbuch noch über "Atari" stand. - Der Verkauf des Computers, der ebenfalls "Apple Computer" getauft wurde, verlief jedoch schleppend. Jobs drängte Wozniak schließlich dazu, seinen Job bei Hewlett Packard aufzugeben und sich ganz der Herstellung des Computers zu widmen. Das nötige Startkapital sollte zum einen durch Investoren, zum anderen durch den Verkauf von Wozniaks VW-Bus und Jobs' elektronischem Taschenrechner zustandekommen. Wozniak gab teilweise nach, weigerte sich jedoch, seinen Job bei HP aufzugeben, sodaß die beiden stattdessen am 1. April 1976 Jobs' Atari-Arbeitskollegen Ron Wayne in die Firma holten. - Der entscheidende Durchbruch kam jedoch erst, als Paul Terrel, Besitzer des Elektronikladens "Byte Shop" in Mountain View, fünfzig Geräte zum Preis von je 500 Dollar kaufen wollte - unter der Bedingung, daß die Computer bereits zusammengebaut seien. Mit Hilfe eines Kredits und in nächtlicher Montagearbeit in Jobs' Garage schaffte die junge Firma es tatsächlich, die fünfzig Geräte zu produzieren, und bei Herstellungskosten von 250 Dollar pro Stück machte die Firma einen ebenso hohen Gewinn. An die Kunden wurde das Gerät dann für 666,66 Dollar verkauft.
Terrel wünschte jedoch Nachbesserungen am Apple Computer; insbesondere störte ihn, daß das Gerät keine Gehäuse hatte. Steve Jobs ließ daher von einem Tischler Holzgehäuse anfertigen, die fast soviel kosteten wie der Computer selbst und daher nicht sonderlich beliebt waren. Deutlich besser kam bei den Käufern dagegen eine Erweiterungskarte an, die Steve Wozniak konstruiert hatte und die für 75 Dollar verkauft wurde: Mit dieser Schnittstellenkarte konnte ein normaler Kassettenrekorder an den Computer angeschlossen und als Speicher für programme verwendet werden. Jeder Schnittstellenkarte lag zudem eine Kassette mit der Programmiersprache BASIC bei - ohne diese Kassette mußten die Käufer mehrere Seiten Zahlencode eintippen, bevor sie ihren Apple Computer in BASIC programmieren konnten.
Von den Computer wurden etwa zweihundert Stück verkauft - genug, um Wozniak und Jobs davon zu überzeugen, daß sie auf dem richtigen Weg waren. Auf längere Sicht aber war ihr Computer zum Mißerfolg verdammt, weil er zu kompliziert zu bedienen war, keine Farbanzeige besaß und kaum erweiterbar war. Und Steve Wozniak arbeitete schon an seinem nächsten Computer: dem Apple II. Wegen des Mythos', der später um die Firma Apple gebildet wurde und der sich noch heute in den glaubenskriegähnlichen Diskussionen zwischen Macintosh- und PC-Anhängern niederschlägt, wird der Apple I, wie der "Apple Computer" später genannt wurde, noch heute bewundert - er war der Vorläufer der über fünfzehn Jahre lang erfolgreichen Apple II-Familie. Ein Apple I steht im Smithsonian Institute, und wenn heute ein Apple I seinen Besitzer wechselt, dann zu Preisen von weit über 10.000 Dollar.
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| Verkaufszeit: | Frühjahr 1976 - Herbst 1976 |
| Prozessor: | Mostek MOS 6502, 1 Mhz Taktfrequenz |
| Arbeitsspeicher: | 256 Byte ROM, 4 - 8 K RAM |
| Programmiersprache: | 6502-Maschinensprache; optional BASIC |
| Massenspeicher: | Optionale Schnittstellenkarte zum Anschluß eines Kassettenrekorders |
| Bildschirm: | Fernseher anschließbar; Darstellung: Textmodus, 24 Zeile zu je 40 Zeichen, schwarz/weiß |
© Volkmar Friauf, 1998